Heimspiel: Musiker fordern mehr Veranstaltungsorte

Peter Bommas - Horst ThiemeWie berichtet stellte gestern der a-guide mit der DVD Heimspiel: „Das Bild zum Ton“ gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Augsburg in der Kantine „Weltbar“ den dritten Teil seiner Heimspiel Edition vor. Dabei wurden nicht nur die auf der Scheibe enthaltenen Videos vorgeführt, sondern auch eine spannende Diskussion über den Stellenwert von Popkultur in Augsburg geführt. Zusammen mit Steff Decker diskutierte ich dabei mit Stefanie Sixt von Sixt Sense / Künstlerin, Richard Görlich / Popbeauftragter, Peter Bommas / Kulturpark West, Alaska Winter / Popproduzent und Manfred Hörl, der mit einer Initiative für ein Soziokulturelles Zentrum kämpft.

Da auf der a-guide-Webpage ein eigener Artikel in Arbeit ist, fasse ich hier den Abend nur kurz zusammen. Als Moderator war ich auch mehr mit der Gesprächsführung als mit ausführlichen Notizen beschäftigt…

Steff Decker, Mark Daniel Eberhard und Alaska WinterIm Großen und Ganzen waren sich die Teilnehmer der Diskussion darüber einig, dass es zu wenig Auftrittsorte für nicht/- bzw. wenigkommerzielle Veranstaltungen gibt. Augsburg leide nicht an zu wenigen Aktivitäten, sondern an deren schlechten Vernetzung. Auch die Verwechslung von Popkultur und populären Veranstaltungsformen, die mitunter absichtlich geschehen (Stichwort: Maxfest), sei ein Problem. Nicht alles, wo viele Leute hinströmen, sei förderungswürdige Kultur (bzw. Veranstaltungen, bei denen Steuergelder verwendet werden müssten, da diese sich ja auch so trügen).

Volles Haus in der Kantine bei Heimspiel 3Richard Görlich, Popkulturbeauftragter der Stadt Augsburg, versuchte den Ausgleich: „Mit mir haben Popkünstler einen Ansprechpartner direkt bei der Stadt!“ Ihm ginge es um mehr Partizipation der Szene – er versuche bei allen größeren Veranstaltungen der Stadt Augsburg auch die hiesige Popszene miteinzubeziehen. Das er keinen eigenen nennenswerten Etat habe, störe also nicht, wenn man sich bei anderen Veranstaltungen beteilige und dort Geld abzwicken würde – oder sogar Förderungen aus ganz neuen Töpfen versuche zu bekommen. So könne man Veranstaltungen für Kinder eventuell auch aus dem Schulreferat beantragen.

Also alles harmonisch? Nein. Die scharfen Töne gegenüber Kulturreferat und der vorausgegangenen Diskussionen um den Popkulturbeauftragten sind noch deutlich zu hören (siehe die Artikel Popbeauftragter Alaska Winter? und Popkommissar in Augsburg? Auch Betreiber des Kulturpark West haben einen Vorschlag…). Doch die ersten Aussprachen scheinen geführt und eine Zusammenarbeit wird auf allen Seiten anscheinend interessiert getestet.

HeimspielIm Februar ist eine weitere Clippräsentation im Kino Liliom geplant, eine weitere Veranstaltung soll während dem Modular-Festival des Stadtjugendrings im März stattfinden. Auf www.a-guide.de können auch alle Clips der DVD angeschaut werden.Dort finden sich auch wertvolle Hitergrundinformationen und Links zu den Bands. Steff Decker übernahm hier die inhaltliche Zusammenstellung für den a-guide.

Mit auf der DVD sind Augsburger Künstler wie Anajo, Bunter Hund, Cosh, Dystronic, Electrojudas, Generation N, Grenzlandreiter, Le Siff, Logan Brothers, Mufuti Twins, Pioneers of HiFi, Rhytm Police, Richard Ruin, Tonair, Sixt Sense, Smack, Synonym für Freundschaft und xndl.

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