Moët für den Poet – Der erste Friedberger Slam im Wittelsbacher Schloss

Friedberg veranstaltete dieses Jahr erstmals ein Literatur Update im Rahmen des gleichnamigen bayernweiten Festivals www.literaturupdate.de mit Künstlern aus Augsburg, Hamburg, Leipzig, München und Zürich. Eröffnung war am 19. Oktober um 19.10 Uhr im Rittersaal des Wittelsbacher Schlosses. Das Highlight war bestimmt der Slam und den zahlreichen und zum Teil von weit angereisten Gästen Pauline Füg aus Eichstätt, Harry Kienzler aus Tübingen, Clara Nielsen aus Bamberg, Lasse Samström aus Bonn und Nico Semsrott aus Hamburg.

Zur Eröffnung der Reihe kam auch das Fernsehen:

Richtig los ging es jedoch erst am 22.10. – und das eben mit dem Slam im Wittelsbacher Schlosses! Im ausverkauften Rittersaal ging es hoch her – und Friedberg wurde so endlich zu einer tollen Slam-Stadt!

Erste Runde
Frank Rathke kämpft gegen die VGA. 80 Cent Kleingeld gibt nämlich der Fahrkartenautomat bevorzugt in kleinen Kupfermünzen zurück. Und dann gegen den Schwanz von Alexander. Der hat ihm nämlich das Fußballspielen versaut, weil das Duschen nach dem Sport zu einem Trauma wurde – ich sage nur Fleischpenis versus Blutpenis. Doch so kam er zum Tanzen. Und danach kann man auch Duschen – aber zu zweit. Sehr amüsante Kurzgeschichten – ein Slam-Debut der Extraklasse! Nico Semsrott folgte als zweiter Autor des Abends. Sein Motto lautet bekanntlich „No fun – no fun!“ Der „verstörte junge Mann aus Hamburg“ konnte auf ein Neues mit seinen Demotivationstexten die Leute verwirren. Wie in seiner Kindergartenzeit: „Zur falschen Zeit im falschen Hort!“ Sehr lustig! Cornelia Koepsell floh in ihrem Text aus ihrer Realität. Da jedoch Drogen und Alkohol ausschieden, musste sie auf den altbewährten Urlaub zurückgreifen. Kurzerhand kaufte sie ein Zelt und machte sich auf den Weg nach Kroatien – auf Winnetous Spuren. Aus Tübingen war Harry Kienzler angereist. Er hatte neben seinem Zombie-Gedicht auch einen wunderbaren Text über Mix-Tapes mitgebracht. Eine Reise in die Vergangenheit, wo es noch keine MP3-Player gab… Nico Semsrott wurde ins Finale geklatscht.

Zweite Runde
Nach der Pause eröffnete Lasse Samström den zweiten Teil des Wettbewerbs. Er präsentierte Katastrophen-Schüttelprosa deluxe. “Die soße Grindflut” wird als “fleißende Rut” alles “sportfülen”…. Witzig wie immer und natürlich wortwörtlich mitreißend! Sigrid Kröger – Bauch- und Flamenco-Tänzerin aus Friedberg – hat in ihrer Tanzkarriere schon einiges erlebt. Aber dieser eine Auftritt war dann doch der Abschuss. Nicht nur, dass der Alleinunterhalter, der vor ihr auftrat, einfach schlimm war, Nein! Der damalige Moderator kündigte sie auch mit einem „damischen Magen“ an. Da hatte wohl jemand die Spickzettel falsch herum gehalten… Pauline Füg aus Eichstätt folgte ihr, auch wenn ihr „Herz nicht die Klappe halten kann“. Wunderschöne Texte – klasse Auftritt! Passend zum Friedberger Slam im Rittersaal sang Michael Friedrich „Ja son sans die oiden Slammersleit!“ Er hatte einen sprachwissenschaftliche Parodie vorbereitet: „Die Schönheit von Kraftausdrücken!“ Als letzte Slammerin sprang Clara Nielsen auf die Bühne: Die Bambergerin wollte endlich einmal „den echten Harry Potter kennenlernen“! Denn dann, dann wird alles okay… Große Lacher auf ihrer Seite – sie wurde von der Publikumsjury ins Endrennen mit Nico Semsrott geschickt.

Das Finale
Nico Semsrott und Clara Nielsen: im Privaten ein Paar und jetzt tatsächlich im bösen Wettstreit! Nico versuchte es mit einer geplanten Improvisation, Clara mit einer Antwort: und gewann! Gratulation!


Friedbergs Bürgermeister Peter Bergmair verleiht Champagner und Büchergutschein

Ein starker Abend in einer super Location mit spitzen Slammern! Das Experiment Slam in Friedberg ist geglückt!

Alle Fotos wurden von Simon Schwager geschossen. Vielen Dank!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.