Juli-Slam in Augsburg = Echte Marmelade

Oldenburg, N├╝rnberg und Hamburg – das waren die St├Ądte, aus denen die Slammer angereist kamen, um in Augsburgs Kresslesm├╝hle beim Lauschangriff – Augsburgs Poetry Slam aufzutreten. Und dort trafen sie auf wortgewaltige Locals, die ihnen das Leben im Wettbewerb nicht einfach machten… Ein hei├čer, ein abwechslungsreicher Abend – so wie es sein muss!

Eine gute, alte Slam-Tradition l├Ąsst Slammer Texte von anderen Poeten aufgreifen und weiterentwickeln. Prominentestes Beispiel ist wohl Lars Ruppels Brot-Text (Bread Pitt), der schon unz├Ąhlige Versionen erlebt hat – seien es Sandwichs, D├Âner oder Torten die dann besungen wurden. Peter Knuhr hat sich nicht lumpen lassen und einen Text des Donauw├Ârther Slammers Kilian Eberle vorgenommen, bei dem eine Zugreise zu einem besonderen Erlebnis wird. Aber trotz einer nervigen Schulklasse auf Wandertag und einem altklugen Kind gibt es ein ├╝berraschendes Happy End.

Lasse Samstr├Âm pr├Ąsentierte Katastrophen-Sch├╝ttelprosa deluxe. „Die so├če Grindflut“ wird als „flei├čende Rut“ alles „sportf├╝len“…. Witzig wie immer und nat├╝rlich wortw├Ârtlich mitrei├čend! Aus Hamburg war Schriftstehler angereist – und ja, das ist Name, Titel und Programm zugleich. „Neulich war ich bei Gott um mich zu beklagen“ hie├č seine Story, die er uns Augsburgern mitgebracht hatte. Und da oben traf er auch auf den Teufel – mit einem ├Ąhnlichen Business Plan wie Gott, tats├Ąchlich aber mit besserem Marketing… Letzte im ersten Block war Johanna Failer und sie hatte ihre Premiere beim Augsburger Slam! Sie hatte Gedichte vorbereitet: „Mein Lieber“ und „Das letzte Lied des K├Ânigs“ – sehr sch├Ân! Bei der Abstimmung f├╝rs Finale konnte sich aber Schriftstehler durchsetzen.

Aus N├╝rnberg kam Martin Geier – und er hatte dieses Mal zwei ernste Geschichten mitgebracht. Auch wenn eine mit einem guten (LKW-Unfall), eine mit einem b├Âsen Ende (ungl├╝ckliches Liebespaar) schloss – beide besch├Ąftigten sich mit dem Tode und fuhren einen durch Mark und Bein. Passend darauffolgend: „Ich bin ein Becken f├╝r Gef├╝hle“, so Thomas Laschyk in seinen Gedichten. „Ich sehe immer mehr / dass ich mich selbst zerst├Âr“!
Zerst├Ârung hatte auch Annika Blanke im Kopf, als sie „Echte Marmelade“ besorgen musste. Die Oldenburgerin wechselte von dem zun├Ąchst d├╝ster gestarteten zweiten Block zu einem wesentlich heiteren Thema. Wer heute n├Ąmlich Verwaltungsrat werden will, muss schwere Aufgaben als Aufnahmeritual l├Âsen. Da darf man nicht zimperlich sein, wenn einem jemand „in das Auto gerentnert kommt“. K├Âstlich! Die letzte der Vorrunde war Bettina Waltinger, die an diesem Abend ihr Slam-Debut gab. Sie stellte die gro├čen Fragen: Wer bist Du? Bist Du wirklich Du?

Das Finale: Schrifstehler versus Annika Blanke.

Du bist nur ein Echo – denn alles, wirklich alles war schon einmal da, so Schriftstehler in „Echo“. Annika Blanke antworte mit „Drei Minuten“. Was kann man alles in 3 Minuten machen? 3 Tonnen ├ľl verlieren, seine Kontonummer bei AstroTV durchgeben und ja, im Slam Finale bestehen. Denn genau 3 Minuten hat man beim Augsburger Slam im Finale Zeit. Und weil sie vorher keinen Text daf├╝r hatte, wurde dieser eben extra f├╝r Augsburg und diesen Abend geschrieben. Das Publikum war begeistert und w├Ąhlte sie zur Siegerin des Abends (Preis: B├╝chergutschein von B├╝cher Pustet). Bester Local Poet war Peter Knuhr (Schreibkladde und vierfarbiger Kugelschreiber von K├╝nstlerbedarf boesner). Gratulation an beide Slammer!

Alle Fotos wurden von Simon Schwager geschossen. Vielen Dank!

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