Videorecorder war gestern

OnlineTVRecorderHabt Ihr noch einen Videorekorder daheim stehen? Ich auch – aber er staubt vor sich hin. Und nun ist er sowieso langweilig geworden. Denn viel praktischer ist es ja, seine Videos gleich digital aufzuzeichnen und zwar im Netz. Natürlich ist das nicht neu und über das Thema wurde schon viel gesagt – aber der OnlineTVRecorder scheint jetzt wirklich einigermaßen stabil zu laufen und auch benutzerfreundlich genug zu sein, um auch technisch nicht so versierte Menschen zu beglücken. Und das kostenlos.

OnlineTVRecorder (kurz auch OTR) ist ein kostenloser, browserbasierter Dienst, der dem registrierten Nutzer seit 2005 online die Funktionalität eines Videorecorders zur Verfügung stellt, ohne dass er ein solches Gerät besitzen muss. Grundsätzlich ist der Dienst kostenlos – der Service wird derzeit von Bannerwerbung finanziert. Die konkrete kostenlose Downloadmenge ist pro Tag auf 2 GB, pro Woche auf 4 GB und pro Monat auf 12 GB limitiert.
OnlineTVRecorder wird von der Koblenzer Firma Telecontrol Unterhaltungselektronik AG entwickelt; Betreiber ist eine Firma mit Sitz auf Antigua. Und das hat größtenteils rechtliche Gründe, wie sich bei Wikipedia nachlesen lässt: OTR beruft sich nämlich auf das Recht eines Jeden, private Aufzeichnungen von TV-Sendungen anfertigen zu dürfen (zum Beispiel mit seinem Video- , Festplatten- oder DVD-Recorder) und dies auch unentgeltlich an Dritte delegieren zu dürfen (- also seinen Freunden auszuleihen). Das sieht aber nicht jeder so, wie z.B. eine Klage von ProSiebenSat1 zeigt.
Zusätzlich wird durch das System mittels der proprietären Verschlüsselung sichergestellt, dass nur Sendungen angesehen werden können, deren Aufzeichnung der Benutzer selbst in Auftrag gegeben hat und insofern dem Model eines eigenen Videorekorders ja entspricht.

Technisches
Wie geagt, die Registrierung und der Service selber ist kostenlos (abgesehen davon, dass es sich lohnt, einen Flat-Internetzugang zu haben) – Emailadresse genügt. Und schon kann man loslegen. In dem in der Webpage integrierten Programmguide – auch EPG genannt für Electronic Program Guide – wählt man aufzuzeichnende Sendungen aus – ein Klick genügt. Der EPG ist nicht wirklich schick und enthält außer einem Stichwort zum Genre keine weiteren Informationen, hier lohnt es sich bei anderen Online-Fernsehprogrammen nachzusehen. Manche Einträge sind aber auch köstlich falsch: “Fight Club”, eine Kampfsportsendung auf Eurosport wurde bei mir als ein “Drama”, eine Dokumentation auf ARD EinsFestival als “Theaterstück” klassifiziert.
Die aufgezeichneten Sendungen können dann ca. 2 Stunden nach der Aufnahme heruntergeladen werden. Nach dem Download müssen die Dateien noch von einem eigenen Decoder entschlüsselt werden (liegt für Windows, Mac und Linux vor). Dabei werden Passwort und E-Mail-Adresse per HTTP an den OTR-Server geschickt, der daraufhin den Schlüssel für die Entschlüsselung zurückschickt. So wird erreicht, dass man eine Datei immer nur einmal entschlüsseln kann und die Datei auch nur von dem User decodiert wird, der auch dazu berechtigt ist. Die entschlüsselte Filmdatei kann dauerhaft angesehen werden – es ist kein Digital Rights Management (DRM) integriert. Eine Konvertierung oder anderweitige Verwendung ist natürlich ebenfalls möglich.

Die Sendungen werden von Webservern aufgezeichnet, die mit Satellitenfernsehen arbeiten. Die Sendungen werden im DivX oder WMV-Format komprimiert und mit einem symmetrischen Chiffre verschlüsselt. Die Aufnahmen besitzen eine Auflösung von 512 × 384 Pixel und benötigen bei einer Bitrate von 600 bis 1300 kBit/s Speicherplatz von etwa 4 MB pro Filmminute. Da OTR immer vor und nach der geplanten Sendezeit einen Puffer einbaut, sind die Aufnahmen ca. 8 Minuten länger als in der Programmübersicht angegeben. Natürlich umfasst die Aufnahme dabei auch sämtliche Werbeblöcke – die man aber natürlich selber mit passender Software herausschneiden kann.

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