Tunnel unter dem Augsburger Königsplatz? Nein, Danke!

Augsburger KönigsplatzHeftigen Widerstand gegen die Pläne, den Königsplatz zu untertunneln, kündigen die Augsburger Grünen an. Angesichts drohender innerstädtischer Fahrverbote wegen des andauernden Überschreitens der Feinstaubgrenzwerte und in Anbetracht stetig steigender Treibstoffpreise durch die knapper werdenden Erdölreserven gehe es nicht an, dass durch Beschleunigung des motorisierten Individualverkehrs die Stadtdurchfahrt für Autos immer weiter vereinfacht und damit immer mehr Verkehr angelockt werde.

Der Augsburger Königsplatz wurde in den 70er Jahren in seiner heutigen Form gebaut. Damals gab es heftige Kontroversen, z.B. auch über die Überholspur für Busse bei den Gleisen der Linie 4.
Der jetzt geplante Umbau wurde durch die Stadtwerke initiiert, um mehr Raum für die Straßenbahn zu schaffen. Hier geht es um ein weiteres Gleis in Richtung Hauptbahnhof und insbesondere um zwei weitere Gleise im Bereich kurze Hermanstraße
(Linie 3). Dieser Umbau wird von den Stadtwerken damit begründet, dass mit dem Bau der Linie 6 nach Hochzoll eine weitere Linie in diesem Bereich Richtung Hauptbahnhof verkehrt. Dies ist richtig, weil der Umbau der Maximilianstraße nicht so schnell fertig wird wie die Linie 6. Der Unterbau der Maxstraße muss jedoch verstärkt werden, da er zur Zeit für einen Linienverkehr nicht tragfähig ist. Es werden also auf absehbare Zeit alle Linien über den Königsplatz fahren. Mittelfristig ist ein weiterer Verkehrsknoten für den ÖPNV am Hauptbahnhof geplant, und auch eine Trasse über die Prinzregentenstraße und den Leonhardsberg steht im Augsburger Verkehrsentwicklungsplan.

Die Tunnelplanung, so Vorstandssprecher Holger Melzer, sei das überholte Konzept einer autogerechten Stadt, die absolut nicht zukunftsfähig sei. Auch sei es nicht hinnehmbar, dass allein dem Tunnelbau mehr als 60 Bäume geopfert werden sollen und damit Teile des Königsplatzes und der Fuggerstraße fast völlig kahl geschlagen werden. Die dringend notwendige Aufwertung der Fuggerstraße, die beispielsweise in ihrem ursprünglichen Zustand als dreireihige Allee zu einem Schmuckstück der Innenstadt werden könnte, werde durch einen Tunnelbau überdies auf Dauer hintertrieben.

Jetzt käme es darauf an – auch angesichts der Ebbe in der Stadtkasse – zukunftsorientierte Verkehrspolitik in Augsburg zu betreiben und alle verfügbaren Mittel in den Ausbau des Straßenbahnnetzes, der Fahrrad- und Fußwege zu investieren. Auch müsse mit vereinten Kräften die Mobilitätsdrehscheibe und endlich die Installation der lange angekündigten Augsburger Regional-S-Bahn forciert werden.

Der Stadtverband begrüßt die Initiative der Architekten und Stadtplaner, die in ihrem offenen Brief Anfang des Monats durch den geplanten Kö-Umbau „in nahezu allen Nutzungen und in der Gestaltung problematische Verschlechterungen erwarten“. Das Angebot, Unterstützung bei der Gestaltung des Königsplatzes zu leisten sollte keinesfalls in den Wind geschlagen werden.

Mehr Informationen auf der Augsburger Grünen-Webpage!

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