Super beim Diesel-Wagen

Falschtanken liegt im TrendWas passiert eigentlich, wenn man statt Diesel in seinen Diesel-Wagen Super tankt? Diese Frage diskutiere ich seit Dienstag abend mit den verschiedensten Leuten durch: Explodiert der Motor? Geht einfach der ganze Wagen kaputt? Oder einfach Benzin rauspumpen, Diesel drauf und weiter geht’s? Ich habe viele Antworten gehört. Was soll’s! Den Mutigen gehört die Welt – ein Selbstversuch musste her!

Nach zwei anstrengenden Terminen in Frankfurt und einem Tag, der viel zu früh begann war ich natürlich begierig, schnellstmöglich nach Hause zu kommen. Um ca. 18 Uhr passierte ich Heidelberg, fuhr die nächste Tankstelle raus. Noch im Auto sitzend beendigte ich das letzte Telefonat und tankte – immer noch voll in Gedanken – meinen A4 quattro voll. Als das erlösende KLACK kam, zog ich die Tankpistole und schaute auf den Zähler. „Uff – das sind ja Preise wie bei Super!“, schoss es mir durch den Kopf. Und noch ein „Uff!“: Das war eben Super gewesen – nicht Diesel…

Super, Ingo
An der Tankstelle wurde ich aufgeklärt: Das passiert öfters als man denkt. Schadensstatistiken zeigen, dass es wohl rund 4% aller Autopannen durch Falschbetankungen verursacht werden. Tatsächlich sollte ich seit diesem Malheur auch noch viele Leute treffen, die sich auch verschämt outeten, dass ihnen dies schon passiert sei. Ein Trost? Nein. Aber wenigstens ist man nicht ganz alleine mit dieser Peinlichkeit. Und statistisch gesehen, hat man das wohl jetzt hinter sich gebracht und wird das nicht nochmals machen…

Historische TankstelleAber einfach Benzin ablassen und Diesel drauf – so einfach sollte es dann doch nicht werden. Was passiert eigentlich durch so eine Fehlbetankung? Bereits nach kurzem Betrieb des Motors besteht ein extrem hohes Risiko für den Wagen, Schaden zu nehmen. Warum? Durch Veränderung der Schmiereigenschaft des Dieselöls kann es zu Dauerschäden bei Einspritz- und Steuerungsteilen kommen. Für Pumpe-Düse-Triebwerke oder neue Common-Rail-Modelle besteht ein besonders hohes Risiko. Die Leasinggesellschaft organisierte sofort den Abschleppwagen, der mich in die Heidelberger Audi-Werkstatt brachte – natürlich war diese am Abend schon geschlossen und an eine Weiterfahrt war nicht zu denken. Netterweise fuhr mich der Abschleppdienst-Fahrer noch zum Ibis am Heidelberger Bahnhof. Telefonisch war mir aber eine Reparatur bis zum nächsten Morgen versprochen worden – und das klappte auch…

Angestachelt von dem „Selbstversuch“ forschte ich jetzt noch einmal nach – und bin jetzt tatsächlich klüger geworden, was das Thema „Falschbetankung von Kraftfahrzeugen“ angeht. So kann man wenigstens nicht nachsagen, dass Schaden nicht klug macht.

Super statt Normalbenzin – und umgekehrt
Unproblematisch ist es, wenn man Super statt Normalbenzin tankt. Das ist dann zwar unnötig teurer, macht aber nichts aus – angeblich bringt das eventuell auch geringfügig mehr Leistung aus dem Fahrzeug. Der umgekehrte Fall dagegen ist schon wieder ganz anders: Normalbenzin getankt, wo eigentlich Super rein sollte. Dort hilft nur die Betriebsanleitung des Wagens weiter. Da steht nämlich drin, ob das Auto einen sogenannten Klopfsensor besitzt. Falls das so sein sollte, dann kann man unbesorgt weiterfahren. Der Klopfsensor sorgt dafür, dass sich der Motor auf das Normalbenzin einstellt. Die Leistung lässt eventuell etwas nach, der Motor geht aber nicht kaputt.

Billig Tanken

Benzin statt Diesel
Bei diesem Fall – und das bestätigt ja auch mein Selbstversuch, gilt in der Regel: Ab in die Werkstatt und zwar mit dem Abschleppdienst. Nur ältere Diesel, die weder über Common-Rail noch Pumpe-Düse-Technik verfügen, verzeihen wenige Liter Benzin, wenn man den Rest mit Diesel auffüllt. Wenn man dieses Versehen nicht bemerkt und losfährt, dann wird sich der Motor bald (mein Abschlepper sagte etwas von wenigen hundert Metern bis zu wenigen Kilometern) mit starken Klopfgeräuschen melden und eventuell sofort stehen bleiben. Um zu retten, was zu retten ist: Sofort anhalten, Motor aus und das Auto in die Werkstatt bringen lassen. Wichtig: Die Vollkasko muss in diesem Fall nicht zahlen.

Nachtrag: Im Blog vom 7.6. gibt es zu diesem Thema ein Update.

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    […] Zur Vorgeschichte. […]

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