Sulaiman gewinnt Weihnachtsslam 2009

Einen heißen Poetry Slam legten die Poeten am 18.12. in der wieder einmal restlos ausverkauften Augsburger Kresslesmühle hin. Dabei konnten die Zuhörer erfahren, „Wie Kurt entjungfert wurde“ (Michael Friedrichs), das  „Ich bin schizophren“ (Cornelia Koepsell) sowie allerlei über diverse Obsessionen (z.B. Peter Wagner über seine Autogrammsammelleidenschaft oder Nils Rusche mit Rückengraulen). Der Gewinner des Abends war dann aber Sulaiman Masomi aus Paderborn, auch mal gerne etwas zu sagen hätte. Doch dazu später mehr.

Michael Friedrichs startete den Reigen mit der amüsanten Geschichte des Studentens Kurt, der in Heidelberg seine Unschuld verlor, während der Ehegatte der Gespielin vor der Tür stand und klopfte. Moritz Neumeier aus Kiel ging es ähnlich –  „In zwei Stunden bloß“ schrieb er: „Habe Liebe gesucht und Dich gefunden“. -Neumeier hatte es übrigens beim German International Poetry Slam 2009 in Düsseldorf ins Halbfinale gebracht. Cornelia Koepsell verstand es brilliant in ihrer Kurzgeschichte „Schizo“ sich in zwei Figuren aufzuspalten. Die Eine, die fleißig zur Arbeit geht und sich am Gehaltsscheck erfreut – und die Andere, die es hasst, sich zur Arbeit zu schleppen und die am Liebsten einfach liegenbleiben würde. Sulaiman Masomi (Paderborn) erfreute das Publikum mit seiner Story „Ich weiß ES“. Diese kurze SMS an seine Mitmenschen geschickt, verleitet diese zu überraschenden Geständnissen. Auch sein „Ein Kanake sieht rot“ kam blendend an und so zog er ins Finale ein.

Die zweite Runde wurde von dem Müncher Journalisten und Kabarettisten Peter Wagner eröffnet. Schon als Kind sammelte er Autogrammkarten (hier noch von bayerischen Ministerpräsidenten und Erich Honnecker) – aber als Erwachsener ging er auf die wirklich großen Fische los: Barack Obama. Der Text dieser ürbigens wahren Geschichte  ist hier nachzulesen. Alexander Ratschinskij begab sich mit einem Gedicht auf eine Reise durch Raum und Zeit bei der er Persönlichkeiten der Weltgeschichte besuchte („Raus hier!“). Michael Jakob musst traurigerweise erleben: „Irgendwo ist immer ein Haken“. Schließlich fand Nils Rusche die Lösung für all die Probleme in der Welt: Wir müssten alle einfach nur mehr Rückengraulen! Michael Jakob wurde vomPublikum ins Finale geklatscht.

Das Finale: Schnell, laut & saugut
Sulaiman gegen Michl – was für ein Stechen im Finale! Sulaiman legte los mit „Wenn ich was zu sagen häääätt!“ – dann würde alles besser. Michael Jakob zog mit seiner „Struwwelpeter 2.0“-Serie nach. Ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, das Sulaiman für sich entschied! Er bekam den Büchergutschein von Bücher Pustet sowie die Flasche Champagner. Der Preis für die beste lokale Slam-Leistung ging an Cornelia Koepsell – sie gewann den von boesner Künstlerbedarf gestifteten Preis. Der nächste Poetry Slam ist wieder im neuen Jahr, am 8.1.2010 – alle Termine unter www.slam-augsburg.de.

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