Sieben Jahre Poetry Slam in Augsburg und zugleich das 77. Jubiläum!

/ Jahre Slam - 77. JubiläumSieben Jahre lang gibt es nun den Augsburger Poetry Slam „Lauschangriff“. Und genau zum siebten Geburtstag fand gestern abend der 77. Poetry Slam statt. Die Kurzzusammenfassung: Ein großartiger Abend mit musikalischer Umrahmung durch den Spoken Word-Künstler und Musiker Martin Schmidt in Begleitung von Gerald Fiebig.

Peter KnuhrAls erste Autorin trat an diesem Abend Martina Mistler auf. Zum ersten Mal auf der Augsburger Slam Bühne präsentierte sie mit “Nina und die Wolke” einen Ausschnitt aus einer längeren Geschichte. Ihr folgte sofort der Frankfurter Peter Müller mit zwei Gedichten. In “Der Schwätzer” beschimpfte er stakkatohaft die Wortverdreher und Phrasendrescher unserer Zeit. Über Onkel Hubert Asshauer, der langsam seinen Verstand verliert, berichtete Dieter Walter, und brachte die Zuschauer in der vollkommen ausverkauften Kresslesmühle zum Gröhlen. Karsten Hohage, eigens aus Heidelberg angereist und zuletzt im November 2004 siegreich in Augsburg beim Lauschangriff dabei, las mit “Sturm auf Österreich” eine Satire auf den Ansturm der (deutschen) Studenten auf Österreich und die verzweifelte Bemühung der Alpenländler, sich dagegen zu wehren. Willy Werner, frisch von Augsburg nach München umgezogen und erfreulicherweise doch wieder in Augsburg dabei, machte den Letzten im ersten Block und bukowskite den “Augenblick der Wahrheit” und weitere Gedichte. Hohage wurde ins Finale geklatscht.

Nach der Pause ging es dann mit Kilian Eberle, meinem Slam Master-Kollegen aus Donauwörth (der Slam heißt dort Sprechreiz) weiter: eine misanthropische Autofahrt mit bösen Gedanken über die Menschheit. Andreas von der Hecken (Stuttgart) verwob seine Gedichte in eine Sprachperformance. Nummer drei am Abend: Peter Knuhr aus Pöttmes frönte dem Wahnsinn. Sein Protagonist opfert als Hohepriester eifrig seinen Göttern “Hermann” (Badezimmerschrank), “Roxanne” (Kaffeemaschine) und “Marianne” (elektrische Zahnbürste) – eine Geschichte mir überraschendem Ende. Auch aus Frankfurt: Holger Hartgen. Mit “Trendfarben kommen wieder” verwob er Werbetext und Publikumsbeschimpfung in eine atemberaubende Tirade. Letzter im zweiten Block war Stefan Heim mit seinem Gedicht “Als wir noch unsere eigenen Therapeuten waren”, ein Text über die Kindheit.

Karsten HohageIm Finale traf dann Karsten Hohage auf Peter Knuhr. Knuhr thematisierte in seinem Finale-Beitrag die Anspannung vor dem Slam, das Nicht-Schlafen-Können wegen der Angst, vom Gong unterbrochen zu werden. Hohage erzählte von Jean, dem französischem Ballonfahrer, der auf den deutschen Fliegerhorst trifft, der den Franzosen vom Himmel holen will – aber kläglich versagt. Jean triumphiert und fährt in seinem Ballon weiter mit Horsts Frau im Arm… Das Publikum applaudierte beiden laut zu – und entschied sich dann für Karsten Hohage, der somit zum zweiten Mal in Augsburg Slammer des Monats wurde. Gratulation!

Michael FriedrichsZum Abschluss gab es noch ein Überraschungsständchen von Michael Friedrichs, der Paul Marrs “Sams” umdichtete auf “Am Freitag kommt der ‘Slams’…”.

Alles in allem ein hervorragender Poetry Slam und ein würdiger 7. Geburtstag!

Weitere Infos finden sich wie immer auf der Homepage des Lauschangriff-Slams: http://slam-augsburg.de

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