Popkommissar: Kulturpark West schmeißt erneut den Hut in den Ring

Mit der Kündigung des Popkulturbeauftragten Richard Goerlich zum 31.03.2012 entsteht im Bereich Popkultur/Jugendkultur/Kreativwirtschaft eine neue Situation in Augsburg. Auch die Evaluation der vergangenen dreijährigen Tätigkeit sowie die zukünftige Ausschreibung der Stelle kommen aufgrund dieser veränderten Lage erneut ins Gespräch. Die Kulturpark West gGmbH will sich an diesem Gespräch beteiligen dem Stadtrat und der Stadtregierung einen Vorschlag unterbreiten, der sowohl die konzeptionelle Bedeutung von Popkultur für die Stadtgesellschaft wie auch die aktuelle prekäre finanzielle Lage der Stadt Augsburg berücksichtigt. Bereits 2008 hatten Peter Bommas und Thomas Lindner sich um die Stellenansiedlung im Kulturpark West bemüht.

Während der letzten drei Jahre hat sich der Kulturpark West zu einem lokal und überregional wirksamen und gut vernetzten Zentrum für kreative urbane Kulturen entwickelt. Szenen, Netzwerke und Infrastrukturen haben sich etabliert und professionalisiert – stets mit der Anbindung an die lokale Kulturszene. Im Zuge dieser Entwicklung sind fruchtbare neue Kooperationen entstanden: DJs, Booker/innen, Agenturbetreiber/innen, Workshopleiter/innen und Fotograf/innen arbeiten zum Beispiel mit Bands, Künstlergruppen oder Theaterkompagnien. Sie produzieren, reproduzieren und innovieren die typischen Szeneinhalte: Musik, Partys, Ausstellungen, Performances, Lesungen etc.

Die Funktionsweise des hier entstandenen Netzwerks – davon ist die Leitung des Kulturpark West überzeugt – bietet mit den bereits jetzt bestehenden Strukturen die optimale Möglichkeit für die adäquate Umsetzung all der Aufgaben, die in der Stelle eines „Popkulturbeauftragten“ festgeschrieben sind, wie etwa Förderung und institutionelle Einbindung, Know-how-Transfer, Beratung, Mittelakquise, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsmanagement.

Der Kulturpark West schlägt deshalb vor, die szenekulturelle und kreativwirtschaftliche Querschnittsaufgabe „Popkultur“ als Outsourcing-Projekt in Kooperation zwischen Stadt und Kulturpark West zu organisieren, die Kulturpark West gGmbH und zum Beispiel den Musikerverein KUKI e.V. in einer Leistungsvereinbarung vertraglich einzubinden und die vorhandenen Ressourcen zukunftsweisend zu nutzen. Ein Beirat mit z.B. Vertretern von Stadt, Stadtjugendring sowie Szeneakteuern kann die Aktivitäten beratend begleiten. Die durch die Umstrukturierung der Stelle entstehende Einsparung eines beträchtlichen fünfstelligen Betrags könnte direkt den Szeneakteuren zugutekommen.

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