MODULAR Festival: Slam im Boxring

Beim MODULAR Festival 2010 in Augsburg kam es zum zweiten Boxring Slam in Augsburgs Geschichte. Im Ring standen sich neben den lokalen Slammern auch weitgereiste Slam-Fighter gegenüber: Harry Kienzler aus Tübingen, gewann schon zweimal den Titel des Vizesiegers im Team bei den deutschsprachigen Slammeisterschaften zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Augsburgs Ehre verteidigte Nils Rusche (Bamberg) beim National Slam 2008 in Zürich. Er war auch schon beim letzten Modular-Festival dabei und war alles andere, als ein kuscheliger Gegner! Lucas Fassnacht – zuletzt im Januar-Slam in Augsburg – schüchterte wieder durch gezielte Low Kicks die Gegner ein, obwohl seine Texte erst einmal ruhig daherkamen. Einen Slam Dunk drohte Peh, die Wortgefechtqueen aus Berlin, ihren Gegnern an. Peh, das ist das “P” in Poesie, hat gerade ihren ersten Gedichtband vorgestellt: “Angeschossen”. Der Abend mit fast 500 Zuschauern im überfüllten Moritzsaal war einsame spitze!

Der Wettkampf wurde doch Alexander Ratschinskij aus Augsburg eröffnet. Mit einer starken Performance erzählte er die Geschichte der Haarwurzel, die es sich zur Aufgabe machen wollte, die beste ihrer Art zu werden. Nummer zwei war der Bamberger Nils Rusche mit einem Märchen: „Ich hab mich getraut…“. Sehr schön! Ihm folgte Arthur aus Augsburg, der an diesem Abend seine Slam-Premiere feierte! In seiner Kurzgeschichte schilderte er die Beweggründe eines Selbstmörders. Harter Tobak! Letzte im ersten Block war Peh (Berlin) mit einem Gedicht über verschwendete Liebe – „Zum Beispiel der Typ da an der Bar!“. Peh wurde von dem begeistern Publikum ins Finale geklatscht.

Nach einer kurzen Pause ging es sogleich weiter mit dem Erlanger Lucas Fassnacht. Während seine Kurzgedichte am Anfang eher das Publikum irritierte, fing er es mit seiner Shortstory „Ich bin der Tod, ich trage rot“ wieder ein. Fritz Köcher aus Augsburg las wieder Auszüge aus seinem „Tagebuch eines Seggls“ – unter anderem über den veganen Selbsthass oder das Wiedersehen mit alten Schulfreunden. Harry Kienzler aus Tübingen präsentierte seinen Beitrag von einem Dead or Alive-Slam. Dort hatte er den ziemlich unbekannten Dichter Ferdinand Freiligrath mit seinem „Hamlet“ zur Bearbeitung erhalten. Kienzler beantwortete diesen Text heftig mit aktuellen Themen wie Afghanistan-Einsatz und der deutschen Politik. Der Freestyler Grizu fasste als letzter Slammer des Abends einige Slambeiträge zusammen und ging auch generell auf das Modularfestival und andere Augsburger Themen, wie zum Beispiel dem Dönerverbot ein. Fassnacht wurde ins Finale gewählt.

Dort stand er dann wieder Peh gegenüber. Hier das Finale in voller Länge:

Die Abstimmung brachte dann das Ergebnis: Lucas Fassnacht konnte den Slam-Campionship-Gürtel in Empgang nehmen – genauso wie den Büchergutschein von Bücher Pustet. Den Preis für den besten Augsburger Auftritt konnte Fritz Köcher entgegennehmen. Gratulation!

Der nächste Augsburger Poetry Slam findet am 23.4. wieder in der Kresslesmühle statt. Vorverauf läuft!

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