Letzter Poetry Slam in 2008

Teilnehmer Dezember-Slam 2008 (hinten v.l.n.r.: Jakob, Peter Parkster, Tobias Ludolph, Sabine Schellinger, mittlere Reihe: Kadda, Elli, Udo Tiffert, vorne: Henry Schwarz, Michael Jakob)Gleich vier Autoren hatten sich auf den Weg gemacht, um Augsburg zu erobern: Peter Parkster und Michael Jakob als Team tExtremisten sowie Tobias Ludolph (alle drei aus Nürnberg) und Udo Tiffert aus Berlin. Dazu kamen 14 Autoren auf der freien Liste, die sich um die noch offenen 5 Plätze bewarben. Auch der 112. Slam in Augsburgs über 10jährigen Slam Geschichte war wieder ausverkauft. Und dem Publikum wurde ein starker Abend geboten!

EllitextremistenKadda, aus dem letzten abc Schülerworkshop, machte den Anfang. Sie hatte Lyrik mitgebracht: „Meine Gedanken stolpern den steinigen Weg“ – und sind „gefangen in Raum und Zeit“. Ihr folgte Elli, die beim abc Schülerslam den zweiten Platz gemacht hatte und Augsburg beim German International Poetry Slam in Zürich in der Kategorie U20 vertrat (Winston Purple, der den Schülerslam gewonnen hatte und deswegen eigentlich das Vorrecht gehabt hätte, war aus Altersgründen nicht mehr beim U20  Wettbewerb zugelassen). Sie hatte einen neuen Text im Repertoire, „Misserfolg“. Ihr folgten die tExtremisten aus Nürnberg. „Sind Sie unzufrieden mit der aktuellen Regierung?“ Sie haben eine Antwort: „Rent a terrorist!“ – der neue Service einer aufstrebenden Agentur. Weniger lustig antwortete der vierte Teilnehmer, Henry Schwartz, mit Lyrik. „Wenn nichts aus Zwang entsteht…“ und „Morgen räum ich auf“ waren ruhiger, nachdenklicher. Die tExtremisten zogen mit lautem Applaus ins Finale ein!

Tobias LudolphTobias Ludolph eröffnete Jakobnach einer kurzen Pause den zweiten Block mit einer humorigen Story, einer Beziehungsgeschichte, vielleicht sogar die Beziehungsgeschichte par excellence: „Schuhinduzierte Ehekrise“. Dort schilderte der Nürnberger die Erlebnisse beim Shopping. Ihm folgte Jakob, der ganz neu beim Augsburger Slam auftrat und einen Text mitgebracht hatte, der „Worum geht es?“ hieß. Udo Tiffert (Berlin) erzählte von seinen letzten Kulturveranstaltungen, die er als Autor besucht hatte, und bei denen er unter Handygebimmel litt. „Hören Sie mir zu, oder warten Sie nur auf einen Anruf?“ fragte er das Publikum. Er fragt sich auch, wie wohl Brecht das Gedicht vom Radwechsel heute schreiben würde? Würde der große BB schreiben Udo Tiffert„Warum telefoniere ich nicht ein bißchen / solange der Chauffeur das Rad wechselt?“ Sabine Schellinger war die letzte Autorin des Abends. Sie hatte einen Geschichte über Mobbing im Büro mitgebracht – „Von der Zernichtung eines Individuums“. Udo Tiffert wurde ins Finale geklatscht!

Die tExtremisten rappten im Finale über  „Biobier“: „Sagt, wer will schon so was kaufen / saufen? Schütt es weg! Schütt es weg!“, lautete der Refrain. Udo Tiffert konterte mit „Szenen einer Ehe“ und gewann das Stechen der Finalisten damit für sich! Gratulation!

Der nächste Lauschangriff, Augsburgs Poetry Slam findet am 9.1.2008 statt!

Eine tolle Berichterstattung hat übrigens auch Tobias Ludolph auf seinem Blog gemacht.

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