Krumbachs fünfter Poetry Slam: Kaffeetaucher und Spenglermeister

Krumbach SchwabenKrumbach hat seinen eigenen Slam. Die Stadt mit ungefähr 12.000 Einwohnern hat es jetzt schon auf den fünften Poetry Slam gebracht. Veranstaltet wird er vom Kulturverein Krumbach KULT e.V. im Wiedemanns Keller in Krumbach. Die ersten drei Mal wurde er noch moderiert von Roger Wüthrich, seit letztem Jahr moderiere ich in Krumbach. Kann in einer schwäbischen Kleinstadt ein Slam denn überhaupt funktionieren? Ja, er kann. Und wie energiegeladen dieser Abend ablief, ist fast schon unglaublich!

Poetry Slam in Krumbach

Im dichtgedrängtem Wiedemanns Keller – der überraschenderweise sich als eine Kneipe im Parterre darstellt – reihten sich sogar 11 Slammer! Das Publikum, von denen viele sogar stehen oder am Boden sitzen mussten, war hochkonzentriert und mit großem Spaß an der Sache. Die Kontrahenten: Heinz Wiedemann aus Krumbach, Rentner, NeRo pennywise DooM, 15 Jahre, aus Willishausen, Henry Schwarz, 27, aus Augsburg, Albrecht Rau, Augsburg, Maxi Morasch und Zulaut C Konstantin, beide 17 (sie treten im Doppelpack auf), ebenso das Duo Nico, 17, und Felix, 16 aus Krumbach. Dann sind noch Michi Stauner aus Neusäß, Christoph Beltz und Nils Rusche aus Bamberg dabei. Dem Sieger winkte ein Büchergutschein über 30 Euro, gespendet von der Buchhandlung Thurn.

Albrecht RauRusche stellte sich als „Luftschlossbauer“ heraus, „die Welt ist nicht so, wie ich sie will“, „es heißt immer mehr, Du musst“. „Zum ersten Mal alles erleben, später sich dem Alltag ergeben.“ Albrecht Rau las seine Kaffeetaucher-Geschichte. Konstantin und Maxi rappten einen Dialog zwischen zwei Jugendlichen – und ja, es ging um Liebe, Spaß und Döner. NeRo erzählte von der Stille, wo nur das Ticken einer Uhr zu hören ist: „Tick Tack, Tick Tack“ und das Publikum war das Uhrwerk, dass das Gedicht vorantrieb. Es folgte eine moderne Version des Märchens Rotkäppchen, Red Cap, the bitch aus den Slums, die ihre Grandma besucht und den Wolf mit einem Schnellfeuergewehr erledigt.

Der unglaubliche Heinz Wiedemann erzählte von einem Spengler, der sich auf einem Dach befindet („Juche!“): „Es gab noch nie einen Unfall auf dem Dach, nur bei der Landung. Juche!“ Surreal, dadaistisch sind seine Texte – und verwirren in ihrer Assoziativität. Christoph Beltz kommt eines Abends aus der Kneipe und trifft auf dem Nachhauseweg einen „irren Typ“. Beide, nicht mehr ganz nüchtern, gehen zum Bahnhof, wo der vom Leben gezeichnete „irre Typ“, in einem Schließfach mehrere sündhaft teure Weinflaschen gebunkert hat – aber die Welt ist schlecht und so muss die Story auch so enden. Nico und Felix boten als Duo einen Rap zum Besten. Michi Stauner träumte von Meerjungfrauen und Sandstrand, aus diesem Traum wurde er leider durch das Klingeln des Weckers, unsanft herausgeholt. Henry Schwarz las von einer schönen Frau und von ungesättigten Gefühlen.

Die SiegerAuch in Krumbach wie auch schon am Tag vorher in Augsburg: Doppelsieg! Nils Rusche und das Rapper-Duo Nico und Felix durften sich den Preis und die Gunst der Besucher teilen. Der nächste Slam findet ganz sicher statt, der Termin steht aber noch nicht.

Wer informiert werden will, meldet sich entweder beim Augsburger Slam-Newsletter an oder meldet sich beim Kult e.V.

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