Heftige Reaktionen auf EADS-Ausstellung im Augsburger Rathaus

Noch bis 20. November 2006 bietet die Stadt Augsburg der Firma EADS, vormals Messerschmitt, mit der Ausstellung “90 Jahre Flugzeugbau in Augsburg” im Rathaus Gelegenheit zur Selbstdarstellung. Die ungehemmt positive Festrede zum 90jährigen Firmenjubiläum wird jedoch für den Augsburger Oberbürgermeister zunehmend zur Peinlichkeit – das Ausklammern der Geschichte der Zwangsarbeiter in Augsburg findet gerade in der kritischen Bevölkerung keinen Verständnis. “Der launige Tonfall der Rede bei gänzlicher Aussparung sowohl der Leiden der KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter in den Messerschmitt-Werken als auch der Problematik von Rüstungswirtschaft generell empfinde ich nicht nur als vollkommene Bankrotterklärung des Konzepts einer “Friedensstadt”, sondern als Verhöhnung vergangener und gegenwärtiger Opfer”, so der Augsburger Autor Gerald Fiebig, der gestern einen offenen Brief an den OB veröffentlichte.

Zudem regt er an, dass angesichts “der führenden und aktiven Rolle der Firma Messerschmitt im NS-Regime (…) schon seit Jahrzehnten angezeigt (wäre), die undifferenzierte Würdigung von Wilhelm Messerschmitt (und übrigens auch anderer Flugzeugkonstrukteure und Kampfpiloten) durch die Straßenbenennungen im Univiertel zu tilgen.”

Der offene Brief ist auf der Webpage des Forum solidarisches und friedliches Augsburg online zu finden.

  1. Kommentar zu Heftige Reaktionen auf EADS-Ausstellung im Augsburger Rathaus von e-Thieme » Blog Archive » Augsburger Slam im November: Der Killer-Burger!

    […] Erste Runde Erster Autor auf der Bühne: Ditar Kalaja aus Grafing. Ditar – der übrigens den Wasserburger Poetry Slam moderiert – las seinen neuesten Text “Habt Ihr meine Blickpunkte gesehen?”. Frech fragte er ins Publikum: “Ich brauche wieder einen anderen Blickpunkt. Willst Du es sein?” Ihm folgte Michael Stauner, der zum zweiten Mal in Augsburg auf der Bühne stand. Er präsentierte seinen Text “Wir gehören zusammen”, der übrigens frisch im zweiten Augsburger Lesebuch “wir zwey taugen recht zusammen” im Wissner Verlag erschienen ist, in dem Schüler über Partnerschaft, Freundschaft und Liebe schreiben. Genauso wie das Wasser und der Tropefen, die Hölle und der Himmel, der Stecker mit der Dose zusammengehören, so auch das lyrische Ich mit seiner Angebeteten… Nummer drei am Abend: Robert Boyd. Der USamerikaner aus St. Louis war bereits vor vier oder fünf Jahren – damals noch im Blauen Salon – zu Gast beim Augsburger Slam. Jetzt hält er ein Literatur-Seminar an der Augsburger Universität und hat es sich nicht nehmen lassen, auch wieder zu slammen. Er las insgesamt 4 Gedichte, neben “Christ and the woman took in adultery”, “Merlin, old” auch ein äußerst romantisches, ja bewegendes Liebesgedicht an seine Frau, mit dem er bisher jedes Mal seine Lesungen auf der Slambühne beendete. Nach Boyd kam Monika Speckner (ebenso Grafing), die zum ersten Mal auf der Augsburger Slam Bühne zu erleben war: Ihr “Plan zur Vereitelung eines Bauvorhabens in der Griesstr. 12, Hinterhof, Flurstück 6″ brachte das Publikum zum wiederholten Gackern. Doch weder selbstgetöpferte und eigensvergrabene Amphoren, noch mit Autolack veränderte Ameisen (”Marienmeise”!) konnten das Bauvorhaben stoppen. Und sowieso kam in ihrer Geschichte am Ende alles anders als gedacht… Ein klasse Debut! Zweite Runde Der zweite Block wurde von Peter Knuhr (Pöttmes) mit einer Sandmännchen-Geschichte eröffnet. “Der Löwe im Schwimmbad” erzählt die traurige Geschichte des Löwens, der von seinem Pfleger Peter Totz überredet wird, ins Schwimmbad zu gehen. Da er ohne Badehose auftaucht und dann noch zur einer genötigt wird, die ihm nicht wirklich vorteilhaft erscheint (sein Schweif hängt seitlich heraus) schleicht er zutiefst verletzt  zurück in seinen Käfig und bedankt sich auf seine Art bei seinem Pfleger. Ibrahim Kaya hatte Leiseres, Bedrückenderes mitgebracht. Seine Lyrik beschäftigt sich mit dem Miteinander, mit der Einsamkeit – so in “Namenloser Mensch”. Mit seinem Gedicht “Schlangenbeschwörerhaus” setzte er sich mit EADS-Ausstellung im Augsburger Rathaus auseinander. […]

  2. Kommentar zu Heftige Reaktionen auf EADS-Ausstellung im Augsburger Rathaus von Peter Garski

    *** Das ist eine traurige Sache. Das Augsburger Messerschmitt-Flugzeug-Werk machte fette Kohle mit dem Leiden und dem Tod vieler Menschen. Die Augsburger Stadträte und Bürgermeister haben nichts daraus gelernt. Woher auch? Ich kenne kein Heimatkundebuch, wo diese schlimmen Dinge gebührend erwähnt sind. Wenn, dann gibt es von Autoren/Journalisten wie einem Deininger meist nur Lobhudelei über die Vernichtungs-Waffen der Nazis. Stimmt: Die Friedensstadt Augsburg können wir uns abschminken.

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