GCDC – die Developers Conference für Spieleentwickler

Gaming ConventionGestern startete GCDC, die Gaming Convention Developer Conference, die im Rahmen der Games Convention (GC) 2005, die vom 17.8.2005 bis zum 21.8.2005 auf der Leipziger Neuen Messe Gamingfreaks aus grossen Teilen Europas und der ganzen Welt, grösstenteils aber aus Deutschland lockt. Während der GCDC kommen vor allem Spieleentwickler, Publisher, Programmerier, Künstler, Produzenten, Computergrafik- und Audiofirmen mit der Spieleentwicklungsindustrie zusammen, um sich über die Zukunft von Computerspielen hinsichtlich Technologien, Entwicklung und Design auszutauschen.
Java MastersWährend der Veranstaltung präsentieren auch Sun Microsystems und Siemens Mobile die Preisträger des diesjährigen Java Masters Award, einem J2ME-Entwicklerwettbewerb, der bereits zum dritten Mal weltweit ausgerufen wurde.

Wie in den letzten Jahren werden die thematische Schwerpunkte der Entwicklerkonferenz die Bereiche Development, Business und Science sein, zu denen jeweils eine spezielle internationale Keynote angeboten wird. Als einer der Referenten hat sich auch zur GCDC 2005 wieder der Spiele-Guru Bob Bates (Panzer Elite Action, Unreal, Unreal 2, Wheel of time, Terminator 3, etc.) angekündigt. Außerdem finden sich Vorträge von Julian Eggebrecht (Mitgründer von Factor 5), Guido Henkel (G3 Studios), Dave Smith (Lionhead Studios, Physik-Simulation) und David Freeman (Freeman Group, Berater und Drehbuchautor).

David FreemanDavid Freeman war bestimmt einer der Highlights (wenn man wie ich nicht gerade ein Programmierer ist): Freeman betonte, das gute Spiele drei Säulen basieren sollten: Gameplay, Story und Emotionen. “Story without emotion is like eating a cardboard” hämmerte er den gespannten Zuhörern ein, die wohl alle daran interessiert waren, dass ihr nächstes Spiel ein Riesenrenner wird. Doch wie erreicht man bei dem Spiele-Publikum Emotionen? Selbstverständlich muss zunächst neben einer aussergewöhnlichen Story auch das Gameplay passen – das seien die Basics. Doch dann wird es spannend, denn die emotionale Basis hat nichts mehr mit Technologie zu tun – man muss das Unterbewusstsein emotional erreichen. Dazu, so Freeman, gibt es ca. dreissig verschiedene Mittel (die er anhand des Spieles Half-Life 2 erklärte). Neben einer gewissen Tiefe, die die Persönlichkeiten der Spielfiguren haben muessen, sollten sich auch nicht einfache, sondern komplexe Beziehungen, die unter Umständen auch brechen dürfen, aufgebaut werden koennen. Die gegenseitige Unterstützung baut Vertrauen auf, das auch enttäuscht werden darf. Spirituelle Erfahrungen oder auch emotionale schwierige Entscheidungen, die das Gewissen des Spielers herausfordern, können so eine tiefe Bindung aufbauen.

Bill RoperAber auch Bill Roper (World of Warcraft) nannte viele interessante Aspekte – er verwarf das Konzept, moeglichst auf jeder Gaming Plattform das gleiche Spiel zu portieren, um moeglichst viele Spiele zu verkaufen. Er schlug ein neues Konzept vor: “Build multiple windows into the same game!” Wenn man einen dicken PC hat, kann man eine full blown 3D Version eines Spieles nutzen, mobil hat man eine abgespeckte Version oder womöglich ganz andere Aspekte des Spieles. Denkt man an die Umsetzung eines Buches als Spieles, so kann man am PC die Strategie- und Battle-Szenen nachspielen, mobile Rätsel lösen etc. Alles zusammen ergibt dann ein Ganzes.

Gewinner der Java Masters 2005Abends am 16.8. während der Developer Party wurden dann die Preise an die diesjährigen Preisträger des weltweiten Java Masters Wettbewerbes verliehen. In der Kategorie “Student” überzeugte Jiabin Feng aus der Volksrepublik China mit dem 3D-Game “The Spirit of the Arrow”, einer spannenden Suche nach einem Schatz im historischen China um 580 n.Ch. Im Bereich “Professional” setzte sich der Russe Nikolay Klimchuk unter den zehn Finalisten durch. Seine GPS-Applikation “MobiTrack” bestach vor allem durch ihre umfangreichen GPS-Funktionen. “MobiTrack” macht das Mobiltelefon zu einem interessanten GPS-Gerät und mittels Bluetooth-Verbindung zu einem GPS-Receiver. Die Teilnehmer der Java Masters 2005 waren aufgefordert, neue Java-Anwendungen für die Siemens-Mobilfunkgeräte CX70, S65 und M65 zu entwickeln.

Die offizielle Pressemeldung hierzu findet sich auf der Webpage von Siemens Mobile.

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