Filmabend: „Bahn unter’m Hammer – Unternehmen Zukunft oder Crash-Fahrt auf den Prellbock?“

Bahn für alleNoch in diesem Herbst wird der Bundestag über den sogenannten Börsengang der Deutschen Bahn entscheiden. Über 100 Milliarden Euro ist sie wert, für nicht einmal 15 Milliarden Euro soll sie an Großinvestoren verscherbelt werden. Und die erwarten eine saftige Rendite. Die Folgen sehen wir in England: zahllose Streckenstilllegungen, explodierende Preise, Massenentlassungen und Fahrplanchaos. Fit für die Börse!? Das bezweifeln viele und fürchten englische Verhältnisse…
Die Erfahrungen mit der Privatisierung der Bahn in Großbritannien sind katastrophal: Massenentlassungen, explodierende Fahrpreise sowie ein unglaubliches Fahrplanchaos. Durchgehende Tarife gibt es nicht mehr. Investitionen in das Schienennetz und die Betriebssicherheit wurden von den privaten Bahnbetreibern zugunsten höherer Profite heruntergefahren. Zahlreiche schwere Unfälle mit Toten und Verletzten waren die Folge. Das gesamte britische Schienennetz ist marode und die Züge chronisch verspätet. Mit Milliardenaufwand musste der Staat das Streckennetz zurückkaufen und sanieren.

Auch in Deutschland werden ein weiterer deutlicher Abbau des Netzes, massive Fahrpreiserhöhungen und Massenentlassungen befürchtet. Die Hoffnung, dass bei der Bahnprivatisierung der Bundeshaushalt entlastet werde, sei ebenso wie in England pure Illusion. Auch nach der Privatisierung fließen die staatlichen Zuschüsse mindestens in gleicher Höhe weiter, so wird befürchtet, nur dass der Staat dann auf die Verwendung der Steuergelder keinen Einfluss mehr hat. Erschreckender Fakt, der diese Sorge nicht unbegründet erscheinen lässt: In England hat sich der staatliche Zuschuss an die Bahn im Vergleich zum Zeitpunkt vor der Privatisierung mehr als verdoppelt! Der öffentliche Zuschuss wurde zum größten Teil direkt als Gewinn an die Großaktionäre ausgeschüttet, die sich hemmungslos bereicherten und zugleich das Schienennetz verrotten ließen. Unfälle sind dort an der Tagesordnung.

Attac Augsburg organisiert nun einen Filmabend. “Bahn unter’m Hammer – Unternehmen Zukunft oder Crash-Fahrt auf den Prellbock?” lautet der Film von Leslie Franke und Herdolor Lorenz. Die Filmemacher zeigen in 60 Minuten die fatalen Folgen der seit Jahren angesteuerten Privatisierung und sagen: “Je länger wir für den Film recherchiert und gedreht haben, desto irrsinniger erschien uns die Bahnprivatisierung!”

Termin: Mittwoch, 28.03.2007, 19:30, Stadtkino im Zeughaus, Zeugplatz 4, 86150 Augsburg. Der Eintritt ist frei, jedoch Spenden erwünscht. Als Gast wurde Prof. Karl-Dieter Bodack angefragt, Bahnexperte und Entwickler des so erfolgreichen InterRegio.

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  2. Kommentar zu Filmabend: “Bahn unter’m Hammer - Unternehmen Zukunft oder Crash-Fahrt auf den Prellbock?” von Horst Thieme

    PS: Das Aktionsbündnis “Bahn für alle!” ist ein Zusammenschluss verschiedener Gruppen (Attac, BUND, Naturfreunde, Bürgerbahn statt Börsenbahn, Bahn von unten, Robin Wood), der sich für eine bürgernahe Bahn in öffentlichem Eigentum einsetzt. Ziel ist es, die Bevölkerung einschließlich der Bundestags-Abgeordneten mit Informationen und kreativen Aktionen davon zu überzeugen, dass ein Ausverkauf der Bahn fatale Auswirkungen für ein zukunftsfähiges, demokratisch gestaltbares, ökologisches Transportmittel hätte. Kontakt zur Kampagne: http://www.bahn-fuer-alle.de.

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