Doppelsieg zum Jahresstart – Augsburger Poetry Slam startet furios ins neue Jahr!

Einen Doppelsieg brachte der erste Slam im neuen Jahr am letzten Freitag. Sven Fritze (Bielefeld) und Fabian Navarro (Warstein) teilten sich freundschaftlich den ersten Platz. Nicht ungewöhnlich für die beiden, die auch gerne mal als Slam-Team auftreten und wohl mit dieser salomonischen Jury-Entscheidung bestens leben können.  Aber auch die anderen Slammer begeisterten das Publikum. Und das Debut der gerade 13jährigen Sarah Maria Nordt auf der Slam-Bühne war einfach nur toll!

Den ersten Block eröffnete Alexander Ratschinskij. Er berichtete von einem Hangover nach einer Sylvesterparty, bei dem selbst Bukowski ihm anerkennend auf die Schulter geklopft hätte: „Es ist nicht Tag, es ist helle Nacht!“ Thomas Laschyk, genauso wie Ratschinskij ein aufstrebender U20-Slammer aus Augsburg berichtete dagegen über alltägliche Bedürnisse. Ein Besuch im Freizeitpark folgte der Besuch auf der Toilette dort. Dass dieser natürlich nicht ohne Event ablaufen konnte, war wohl klar. Die einzenen Kabinen waren nach Themen sortiert („Der Toilettenflüsterer“) – und zum Schluss durfte natürlich auch nicht das obligatorische Erinnerungsfoto fehlen. Sehr lustig! Als dritter folgt der Bielefelder Slammer Sven Fritze. Er hatte zwei Texte mitgebracht. Das Gedicht „Zwischen den Stühlen“ thematisierte die innere Zerissenheit. Diese zu kitten, war er mit seinem zweiten Text angetreten. In diesem wohl ersten Persönlichkeitsentwicklung-Textbeitrag der Slam-Geschichte unterschied er die Menschheit in Ernies und in Berts. Ernie, das ist das chaotische – Bert, das ist das rationale Element in einem Menschen. Fritze rief: „Entfessele den Ernie in Dir!“ Grizu – viele Monate im Marburger Exil und zum Jahreswechsel nachAugsburg zurückgekehrt, fasste den ersten Block freestyle-rappend zusammen.

Aus Erlangen war Lucas Fassnacht angereist. In „Meiner Mutter“ erzählte er zum Beginn des zweiten Blocks äußerst amüsant von seinem chaotischen Studentenleben. Alles geht daneben – und natürlich verwechselte er auch noch die Hass-Email an seine Exfreundin mit der Dankesmail an seine Mutter. Ob die sich wohl über den Brief gefreut hat? Ein tolles Slam-Debut hatte die gerade 13jährige Sarah Maria Nordt. Aus der Sicht eines Hundes schilderte sie die kriegsähnlichen Erlebnisse eines Vierbeiners zu Sylvester. Überraschend sicher, textliches sauber und unglaublich charmant! Aus der Pils-Hochburg Warstein war Fabian Navarro angereist. In einem ersten Text „Das Gästebuch“ schrieben Akne, Karies, Latein-Klausuren und Brustwarzenpiercing in das Gästebuch eines jungen Mädchens. In der Liebesgeschichte „Internette Menschen“ erzählte Navarro von „der Liebe auf dem ersten Klick“. Last but not least stand Peter Knuhr auf der Augsburger Slam-Bühne. Sein sehr unterhaltsamer Text erzählte von einer absurden Reise in den Süden, die leider schon nach wenigen Kilometern im Zug endet. Spitze!


Im Finale standen dann Sven Fritze und Fabian Navarro gegeneinander. In Wie ein junger Mann mit Hauptschulabschluss mich um meinen ersten Kuss brachte band er geschickt das Publikum mit ein und erntete begeisterten Beifall. Fabian Navarro konterte mit seiner Supermarkt-Geschichte Abkassiert, in der er die besten Durchsagen und Kommentare der Kunden ineinander verschnitt. Auch hier tosender Applaus. Nach mehreren Ansätzen, eine eindeutige Klärung des Siegers zu erreichen, entschieden wir uns für einen Doppelsieg. Somit teilten sich beide den ersten Preis, den Büchergutschein von Bücher Pustet. Sarah Maria Nordt erhielt den Augsburger Sonderpreis, das aus einem (NOCH!) leeren Buch und passenden Stift besteht, gesponsort von boesner Künstlerbedarf. Na, wenn das mal kein Anreiz ist, weiter zu schreiben!

Der nächste Slam findet am 12.2. wieder in der Kresslesmühle statt. Zuvor kommen am 31.1. das Fuck Hornisschen Orchester in die Augsburger Kresslesmühle.

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