Der literarische Salon – am 29. April zum letzten Mal in dieser Spielzeit des Theaters

Literarischer Salon: Christiane Hempel, Horst Thieme, Eva Leipprand und Klaus Müller (v.L.n.R.)Zum fünften Mal fand der Literarische Salon im Foyer des Theater Augsburgs statt. Das Konzept: Augsburger Buchhändler, Mitglieder des Theaters Augsburg und geladene Gäste präsentieren und diskutieren aktuelle Neuerscheinungen. Jede vorhergehende Veranstaltung hatte jeweils andere Gäste und Moderatoren geladen. Die letzte Veranstaltung in diesem Jahr durfte ich moderieren. Meine Gäste: Christiane Hempel (Öffentlichkeits-/Veranstaltungs- und Ehrenamtskoordinatorin der Stadtbücherei), Klaus Müller (Schauspieler am Theater Augsburg) und Eva Leipprand (Bürgermeisterin und Kulturreferentin a.D. der Stadt Augsburg sowie nach wie vor Stadträtin für Bündnis90/Die Grünen).

Als Bücher hatten sich die Gäste Sybille Lewitscharoff: Apostoloff (Leipprand), Herbert Rosendorfer: Der Mann mit den goldenen Ohren (Hempel) und Per Olov Enquist: Ein anderes Leben (Müller) ausgesucht. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Gäste ging es auch schon los!

Kurzweilig und meist sehr emotional eröffneten die Rezensenten ihren Zugang zu dem jeweiligen Buch. In einer knackigen Diskussion tauschte dann die Runde die Meinungen über die Bücher aus. So wurde Rosendorfers Buch die Assoziation zu einer 50’er Jahre Tapete attestiert. „Der Mann mit den goldenen Ohren“ mag zwar mit einer eleganten Sprache geschrieben sein, erinnerte aber die Diskutanten doch irgendwie an Altherrenprosa. Trotzdem: Für einen Urlaub am Strand womöglich das richtige Werk.

Einstimmig gelobt wurde Enquists Autobiografie „Ein anderes Leben“. Alle schwelgten in den intensiven und sehr selbstdistanzierten Betrachtungen Enquists. Ein „Must Have“-Buch! Egal ob man sich für Enquist als reale Person interessiert oder nicht – das Buch liest sich wie ein Krimi und fesselt bis zum Schluss.

Gespaltener war die Meinung zu Lewitscharoffs „Apostoloff“. Im Großen und Ganzen konnte man sich der Rezension der Zeit anschließen, die sagte „Schön und schrecklich, bewundernswert und nertötend“. Obwohl es mitunter nicht leicht zu lesen ist – es hallen doch unglaublich intensive Bilder nach, die das Buch lesenswert machen.

Literarischer Salon: Christiane Hempel, Horst Thieme, Eva Leipprand und Klaus Müller (v.L.n.R.)

Ein klasse Abend! Und das ein Gespräch über Bücher das Foyer des Theaters so gut füllen konnte, das kein Sitzplatz mehr frei war, ist doch auch eine tolle Erfahrung! Mich erinnerte es an die „Literarischen Quintetts“, die wir damals an der Universität Augsburg von der Fachschaft Germanistik organisierten (und die ich damals auch moderierte). Damals waren neben Helmut Koopmann, Andrea Bartels und Jürgen Eder auch KomilitonInnen von mir auf dem Podium gesessen. Der Hörsaal war damals auch brechend voll. Meines Wissens wurde die Reihe noch weiter geführt und unter anderem von Christiane Bößel geleitet.

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