Augsburger Kunstförderpreis 2013 verliehen

Heute Abend wurden die Kunstförderpreise der Stadt Augsburg verliehen. Die Preisträger von 2013 sind Matthias Kraus (Architektur), Gerald Fiebig (Bildende Kunst), Theresa Klesper (Literatur) sowie in der Sparte Musik: Claudia Kampel und Jee Yon Kim. Im Goldenen Saal wurden den Künstlern nicht nur durch Kulturreferent Peter Grab die Urkunde und die Preisgelder überreicht, sondern auch den zahlreichen Zuschauern die Möglichkeit gegeben, einen Einblick in die Kunst der Preisträger zu geben.

Horst Thieme (Moderation), Jee Yon Kim (Musik), Claudia Kampel (Musik), Gerald Fiebig (Bildende Kunst), Matthias Kraus (Architektur), Theresa Klesper (Literatur) und Augsburgs Kulturreferent Peter Grab
Horst Thieme (Moderation) mit den strahlenden Preisträgern Jee Yon Kim (Musik), Claudia Kampel (Musik), Gerald Fiebig (Bildende Kunst), Matthias Kraus (Architektur), Theresa Klesper (Literatur) und Augsburgs Kulturreferent Peter Grab (v.l.n.r.)

Architektur

Der Kunstförderpreisträger im Fachbereich Architektur heißt dieses Jahr Mathias Kraus! Der Augsburger wurde 1984 geboren und studierte von 2005 bis 2008 in der Hochschule Augsburg Architektur. Er führte sein Studium anschließend fort mit dem Fachgebiet Energie Effizienz Design, das er mit dem Titel „Master of Engineering“ abschloss. Von 2009-2011 Mitarbeit an der Hochschule Augsburg und Büro Prof. Sahner in Stuttgart, seit 2012 Mitarbeit bei Wunderle Architekten,in Neusäß. Seit 2013 ist Mathias Kraus Lehrbeauftragter an der Hochschule Augsburg.

Die Jury lobte insbesonders „einen höchst kreativen und gestalterisch ambitionierten Ansatz“.

Bildende Kunst

Es kam ja in der Vergangenheit des Augsburger Förderpreises schon auch Mal dazu, dass Künstler sich nicht nur mehrmals, sondern auch in verschiedenen Sparte beworben hatten. Wenige wurden dann auch tatsächlich zweimal ausgezeichnet – mir fallen auch nur zwei bis heute ein.

Zum Beispiel wurde Pit Kinzer zuerst 1982 für seine Mitarbeit bei der Literaturzeitschrift „sprachlos“, dann noch einmal fünf Jahre später als Bildender Künstler die Kunstförderpreis-Urkunde überreicht.

Heute gab es eine Besonderheit – ein Augsburger Künstler, der bereits zum dritten Mal zu dieser Preisverleihung eingeladen war: Gerald Fiebig! 1995 bekam er die Auszeichnung für die Mitarbeit in der Redaktion „Zeitriss“ (an die ich mich durchaus als Redaktionsmitglied lebhaft erinnere), 2004 als Autor für seine Lyrik und jetzt noch einmal für die Kategorie „Bildende Kunst“. Gerald Fiebig wurde 1973 in Augsburg geboren. Von 1993-1998 studierte er Vergleichenden Literaturwissenschaften und Philosophie in Augsburg und Sussex.

Neben seiner literarischen Arbeit hat Fiebig immer auch Musik gemacht und wenn sie wollen „organisiert“. So ist er seit 1998 Mitglied bei „Jesus Jackson und die grenzlandreiter“. Seit 2006 betreibt Fiebig Audiokunst für Performance, Tonträger, Installation und Radio (u.a. gehört im WDR, BR, ORF und Rádio e Televisão de Portugal). Seit 2010 Mitarbeit beim Label attenuation circuit.

Gerald Fiebig hat bereits einige Auszeichnungen erhalten – neben den bereits erwähnte Kunstförderpreis der Stadt Augsburg 1995 (mit der Redaktion „Zeitriss“) und 2004 für Literatur wurde er 2007 mit Gerhard Zander in die Vorauswahl für den Preis des Institut de Musique Electroacoustique de Bourges genommen. In diesem Jahr erhielt er das TONSPUR-Artist-in-Residence-Stipendium des quartier21 / Museums-Quartier in Wien.

„Gerald Fiebig verwebt in seinen Klanginstallationen eigene elektronische Klänge mit Alltagsgeräuschen, die er in realen Situationen vorfindet“, so die Jury. „Der Künstler transformiert die Realität und fügt dem Gesamtbild eine neue künstlerische Dimension hinzu. So hat er zum Beispiel für den „Augsburger Kunsttunnel“ die minimalistische Klanginstallation „Private Transport“ entwickelt. Ziel und Ergebnis dieser Arbeit ist eine klangliche Neuinszenierung des Tunnelraums, die zwischen fiktiven Klängen und Verkehrsgeräuschen eine künstlerische Synthese schafft.“

Literatur

Der diesjährige Kunstförderpreis für Literatur geht an Theresa Klesper (worüber ich mich tatsächlich unter anderem auch sehr freue, weil sie ihre erste öffentliche Lesung in einer Veranstaltung hatte, die ich 2008 für die ABC Brechttage in Augsburg organisiert habe)!

Theresa Klesper wurde 1979 in Erding geboren. Zunächst studierte sie ab 1999 Sozioökonomie, dann ab 2000 Neuere Deutschen Literaturwissenschaft, Psychologie und Kommunikationswissenschaft an der Universität Augsburg. 2007-2011 machte sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur Yogalehrerin beim Berufsverband Deutscher Yogalehrer und arbeitet seit 2008 freiberuflich als Yogalehrerin, aber auch Literaturwissenschaftlerin und Autorin. Derzeit promoviert Theresa Klesper an der TU Chemnitz bei Prof. Dr. Bernadette Malinowski über zeitgenössische Großstadtlyrik.

Die Jury lobte die Gedichte von Theresa Klesper, die sich zwar nicht immer auf den ersten Blick erschließen, sie „riskieren aber in einer nach und nach sich bestätigenden Selbstständigkeit einen erfrischenden, einen unverbrauchten Umgang mit der Sprache. Wenn es eine der Möglichkeiten und gar der Aufgaben von Lyrik ist, unbekannte Sprachlandschaften zu erschließen, vertraute Erfahrungen neu zu formulieren, vermeintlich Selbstverständliches neu sehen zu machen, dann bewegen sich diese originellen Texte ganz in diese Richtung.“

Musik

Wie bereits erwähnt wurde der Preis dieses Jahr auf zwei Künstlerinnen aufgeteilt.

Die erste Preisträgerin in der Sparte Musik heißt Jee Yon Kim. Sie wurde 1988 im koreanischen Seoul geboren. 1999, – als Elfjährige! – führte sie ein Studium bei Colin Ryan nach Edmonton in Kanada zum Alberta College, ab 2002 das Studium bei Simon Fryer an der Royal Conservatory of Music Junior Academy nach Toronto. 2003-2007 studierte Jee Yon Kim bei Pierre Doumenge an der Yehudi Menuhin School in London.

Seit 2008 ist sie in Augsburg angekommen und hat 2012 hier auch ihr Studium bei Prof. Julius Berger am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg als Bachelor abgeschlossen hat. Zudem besuchte sie Meisterkurse unter anderem bei bei Steven Isserlis, Bernhard Greenhouse und Paul Katz und gab zahlreiche Konzerte bei renommierten Musikfestivals wie dem Lockenhaus Festival oder dem Menuhin Festival Gstaad.

Kammer- und Orchesterkonzerte bestritt Kim mit vielen großen Namen wie zum Beispiel Mstislav Rostropovich, Jeremy Menuhin, Vladimir Ashekenazy, Sofia Gubaidulina und weiteren mehr. Jee Yon Kim konnte auch schon einige Auszeichnungen erlangen: So erhielt sie 2007 den Pierre Fournier Jr. Award in England, 2011: den 3. Preis beim Concours FLAME in Paris und im gleichen Jahr den Sonderpreis und dann 2013 den 1. Preis beim Johann-Andreas-Stein Wettbewerb in Augsburg. Von 2012-13 machte sie ein Praktikum bei den Augsburger Philharmonikern.

Die Jury erwähnte nicht nur, dass Kim „phänomenal und intonationssicher“ sei, „es gelang ihr eine Interpretation mit exzellenter Ausstrahlung und äußerster Brillanz, der man durch und durch einen feinen Sinn für Dramaturgie anmerken konnte.“

Als zweite und selbstverständlich gleichberechtigte Preisträgerin in der Sparte Musik wird Claudia Kampel ausgezeichnet!

Geboren 1989 in Augsburg führte das Studium der Diplommusikpädagogik Frau Kampel zunächst von 2007-2011 an die Hochschule für Musik in Würzburg, wo sie auch von 2011-2013 ein künstlerisches Diplom im Hauptfach Gitarre und anschließend einen Aufbaustudiengang Gitarre-Solo und Kammermusik besuchte. Seit 2004 ist Claudia Kampel Meisterschülerin renommierter internationaler Künstler wie Leo Brouwer, Pepe Romero, Scott Tennant und weiteren mehr. Seit 2007 tritt Claudia Kampel national und international mit solistischen und kammer-musikalische Konzerten auf und unterichtet als Gitarrenlehrerin an diversen Musikschulen. 2010-2011 war Frau Kampel Konzertmeisterin des Jugendgitarrenorchesters Baden-Württemberg und seit 2009 Mitglied des Europäischen Gitarren- und Mandolinenorchesters.

„Claudia Kampel präsentierte sich als eine faszinierende selbstständige Künstlerin, die bereits zum jetzigen Zeitpunkt ihres Studiums höchstes Niveau bei konzertanten Auftritten erreicht“, so die Fachjury in ihrem Urteil.

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